Warum #Vanlife völlig überbewertet ist

Es gibt Dinge, die sind einfach cool. Surfen, Skaten und VW Bussen gehörten für mich in der Vergangenheit dazu. #vanlife Doch letzteres hat für mich total an Reiz verloren seitdem wir es ausprobiert haben.

Seit Jahren romantisiere ich den Gedanken in einem VW Bus die Küsten hoch und runter zu fahren. Abends auf einem Parkplatz mit Meerblick den Tag unterm Sternenhimmel ausklingen zu lassen und morgen zum Sonnenaufgang aufzuwachen. Freiheit und Romantik pur!

Da ich allerdings nicht die einzige bin, die dem Hype erlegen ist, sind die Preise für VW seit Jahren steigend und wir entschieden uns letzten Sommer dazu erstmal einen VW Bus für eine gute Woche zu leihen. Ganz günstig ist das auch nicht, im Nachhinein war es aber eine goldrichtige Entscheidung, denn jetzt können wir uns guten Gewissens neuen Träumen hingeben und müssen uns keinen überteuerten VW Bus zulegen.

Nachdem wir nun den VW Bus getestet haben, waren wir uns schnell einig, dass für uns persönlich die Nachteile klar überwiegen. Falls du auch von einem VW Bus uns sternenklaren Nächten träumst, dann schau dir erstmal unsere Gegenargumente an und überleg dann, ob du wirklich einen VW Bus brauchst.

1.Ständiger Platzmangel

Wir haben echt unterschätzt, wie nervig es ist andauernd alles hin und her räumen zu müssen. Wenn man einen VW Bus alleine nutzt mag es noch gehen, aber zu zweit war es häufig so, dass eine Person im “Bett” liegen wollte und die andere sich einen Tee kochen oder ein Brot schmieren wollte. Alles irgendwie umständlich und nervig.

2. Beschränkte Kochmöglichkeiten

Unser VW Bus hatte eine integrierte Küchenzeile, aber eine vollwertige Küche ersetzt sie absolut nicht. Man kocht in einer leicht gebückten Haltung und fragt sich, warum man nicht einfach sich eine Pizza zum Mitnehmen geholt hat und sich an den Strand gesetzt hat. Zudem muss man sein Geschirr entweder in einem Mini-Waschbecken im Bus waschen oder man trägt es über den halben Campingplatz zum Geschirrwaschplatz und wäscht es dort. Ich persönlich kann mich für beide Optionen nur sehr bedingt begeistern.

3. Kein eigenes Bad

Wenn das Wetter gut ist und man in einem Land unterwegs ist in dem das Wildcampen erlaubt ist, ist alles gut. Mit einer Schaufel bewaffnet ist mir die Notdurft in der Natur 1000 Mal lieber als auf einer öffentliche Toilette. Man kann seine Handtücher in der Sonne trocknen und duschen muss man ja auch nicht jeden Tag, da reicht Baden im Meer oder einem See völlig aus. Doch wenn sich das Blatt wendet und es man für ein paar Tage regnet…

5. Schlechte Ausstattung von VW

Wir haben uns ganz bewusst für die super krasse Komfort-Ausstattung entschieden. Ganz nach dem Motto YOLO… und wurden ziemlich enttäuscht. Die Ausstattung des neusten VW California mit Aufstelldach ist qualitativ suboptimal. Die Schiebetüren und Schubladen sind schwergängig, das Aufklappfach schließt und öffnet sich sehr schwer und der Mechanismus der Rollos für die Fenster kam uns auch nicht sehr langlebig vor. Dazu kommt noch, dass die Sitzbezüge (hellgrau) wie rohe Eier behandelt werden müssen, damit sie nicht nach zwei Wochen speckig aussehen. Und als letzten Punkt fanden wir weder das Bett unten, noch das Bett oben sonderlich bequem. Besonders die Matratze des Aufstelldachbetts ist ziemlich dünn.

Alles in allem hat uns die Ausstattung sehr enttäuscht und wir haben auch im Internet recherchiert, dass wir nicht die einzigen sind, denen es so gegangen ist.

6. Anstrengendes Fahren mit einem großen Fahrzeug

Dieser Punkt ist sehr subjektiv, aber für uns war das Fahren in den südlichen Ländern Europas aufgrund der teilweise sehr engen Gassen und des impulsiveren Fahrstils der anderen Verkehrsteilnehmer teilweise seeeeehr stressig und es gab mehrere Momente in denen mir fast das Herz stehen geblieben ist. In der zweiten Urlaubshäfte waren wir mit einem kleinen Mietwagen unterwegs und fanden das Fahren wesentlich entspannter vom Einparken bis zum Überholen in der Stadt ist so ein kleines Auto viel übersichtlicher und wendiger.

Außerdem ist uns nochmal bewusst geworden, dass wir das Autofahren nicht lieben. Wir wollen halt von A nach B und ziehen normalerweise das Reisen von längeren Strecken per Bahn der Autofahrt vor. Hätte uns der VW Bus gehört, hätte wir zusätzlich 4 Tage des Urlaubs mit reiner Fahrzeit verbracht, nur um überhaupt ans Meer zu fahren. Nein danke!

7. Keine Kostenersparnis ggü. einem Ferienhaus mit Mietauto

Es kommt ganz darauf an, wie lange und wie häufig man seinen VW Bus fährt, wo man unterwegs ist und so weiter und so weiter. Ein günstiger Urlaub ist so ein Urlaub im VW Bus aber definitiv nicht. Neben Abschreibung oder Miete für den Bus kommen Kosten für Benzin und ggf. Campingplatz, Parktickets und Mautgebühren hinzu. Möglicherweise isst man aufgrund der beschränkten Kochmöglichkeiten auch häufiger auswärts.

8. Standheizung nicht optimal

Im Sommer ist es im VW Bus schnell stickig und heiß, wenn man keinen begehrten Schattenparkplatz ergattern konnte und im Herbst ist’s sehr schnell sehr kalt. Wir waren Anfang Oktober in Südfrankreich und es war nachts teilweise schon sehr frisch. Die Standheizung war jedoch auch recht laut, sodass wir sie beim Schlafen nicht nutzen wollten.

9. Ständiges Aufbauen und Abbauen

Klar, man ist flexibel. Man kann irgendwo anhalten und ein gepflegtes Mittagsnickerchen machen, ganz nach dem Motto “Home is where you park it”. Aber dass das “Home” und das Auto eins ist, bringt auch den Nachteil mit sich, dass man das “Home” erst wieder abfahrtsbereit machen muss, auch wenn man nur eine 5 km Fahrt zum nächsten Supermarkt machen will.

FAZIT

Alles in allem fanden wir die Kombination aus Anreise mit dem Zug und der Miete eines Mietwagens und einem Ferienhaus wesentlich komfortabler, flexibler und stressfreier. Aber falls du dich auch dazu entscheidest, dir probeweise einen VW Bus zu leihen oder zu mieten, dann können wir dir auf jeden Fall die App https://park4night.com und auch mit dem Service von Roadsurfer waren wir sehr zufrieden.

 

 

 



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